Weekly brief

Auswirkungen quantitativer lockerung und unsicherheiten

Das von Hedgefonds bzw. ganz allgemein von aktiven Managern erwirtschaftete Alpha wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Einige sind konjunkturbedingt und spiegeln die Dynamik von Markt und Gesamtwirtschaft wider. Andere sind eher struktureller Natur, unter anderem das Wachstum von indexgebundenen Produkten und algorithmischem Handel, Finanzregulierungen, ein besserer Marktzugang, eine schnellere Informationsverbreitung und Portfoliotransparenz. Zwei Faktoren schienen in den letzten Jahren jedoch für das Alpha entscheidend: die quantitative Lockerung der Zentralbanken („QE“) und in jüngster Zeit die stark zunehmenden politischen Unsicherheiten in den meisten Regionen.


Die zunächst von der Fed und später von der BoJ, der EZB und weiteren Zentralbanken umgesetzte quantitative Lockerung spülte Liquidität in die Märkte. Dadurch wurden Risikoprämien und die Verhältnisse zwischen einzelnen Anlageklassen verzerrt, die Dreh- und Angelpunkt für fundamental oder quantitativ orientierte Anlagestile sind. Der enge Zusammenhang zwischen der Alpha-Entwicklung von Hedgefonds und der Größe der Zentralbankbilanzen spricht für sich (siehe Grafik S.1, links). Da eine geldpolitische Normalisierung auf den Weg gebracht wurde, dürften stärker fundamental orientierte Kurse und eine größere Streuung innerhalb der Assetklassen die für aktive Manager größten Hindernisse beseitigen.


In jüngster Zeit nahmen die politischen Unsicherheiten in den meisten Regionen stark zu. Das überraschende Brexit-Referendum und die stärker werdenden Zentrifugalkräfte in Europa multiplizierten sich. Gleichzeitig versuchten die USA, die Welthandelsordnung in Richtung eines stärkeren Bilateralismus zu verschieben, und machten auch vor einem offenen Angriff auf die zunehmend als Rivalen wahrgenommenen Chinesen nicht Halt, wobei sie die Unsicherheit zu einer Waffe werden ließen. Mit ihren großen Auswirkungen auf die Kurse zwangen diese politischen Unsicherheiten aktive Manager, entweder waghalsige Wetten einzugehen oder ihre Exposures zu reduzieren. Obgleich die meisten Unsicherheiten in den kommenden Jahren bestehen bleiben dürften, könnten einige in den nächsten Monaten an Bedeutung verlieren. Die Brexit-Krise dürfte ein chaotischer Prozess bleiben, doch die Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Austritts ist geringer geworden. Und mit dem Ausblick auf die Wahlen im Jahr 2020 könnte die US-Politik weniger hinderlich für die Märkte werden, wobei das Zustandekommen eines Handelsabkommens mit China immer wahrscheinlicher wird. So könnte eine zweite entscheidende Hürde für aktive Manager zumindest für einige Jahre kleiner werden. Dagegen stellen wir fest, dass die überdies erfolgte Zuspitzung der geopolitischen Lage in den letzten Jahren kein primärer Treiber für das Alpha war.


By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH