Weekly brief

UNTERSCHIEDLICHE SICHTWEISEN AUF EMERGING MARKETS

Vermögenswerte aus Schwellenländern (EM) verbuchen seit Ende Dezember eine Rally, die getragen wird von der nachlassenden Sorge über das globale Wachstum, ersten Anzeichen für eine – von staatlichen Stimulierungsmaßnahmen unterstützte – Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft sowie der Entschärfung des Handelskonflikts. Auch die Fed mit ihrer Kehrtwende hin zu einer moderateren Geldpolitik und der Höhenflug des US-Dollar trugen maßgeblich bei.

 

Die EM-Rally verlief jedoch uneinheitlich und konzentrierte sich auf China, Russland und Länder, die letzten Sommer noch unter Beschuss gestanden hatten (Türkei, Argentinien). Andere asiatische Märkte konnten hingegen nicht mit den weltweiten Aktienmärkten Schritt halten. Ein Großteil der Rally wurde zudem vorwiegend durch Investment- und Pensionsfonds getragen, während „Smart Money“ in Wartestellung blieb.

Die EM-Krise im Sommer 2018, die vor allem finanziell angeschlagene Schwellenmärkte erfasste, hatte Manager von EM-Hedgefonds kalt erwischt. Ihre Reaktionen und Renditeprofile sind seitdem heterogen. EM-L/S-Equity-Strategien beschleunigten den Risikoabbau, was sich aber in den Turbulenzen zum Jahresende als unzureichend erwies. Sie konnten danach den verlorenen Boden nur teilweise wiedergutmachen.

EM-Global-Macro-Strategien schichteten massiv aus Anleihen in EM-Währungen um. Seit Dezember besinnen sie sich rasant auf EM-Anleihen zurück, allen voran auf nicht-asiatischen Märkten. Vereinzelte Belege zeigen, dass sie erneut langsam Aktienpositionen aufbauen. EM-Relative-Value- und EM-Fixed-Income-Strategien haben ihre Kreditallokation ebenfalls deutlich aufgestockt.

Mit anderen Worten, EM-L/S-Equity-Strategien beurteilen die Nachhaltigkeit der Rally bei EM-Anlagen unverändert skeptisch (siehe Grafik auf S.1 links). Den Berichten der Manager zufolge sind die guten Nachrichten tendenziell eingepreist, da die Bewertungen in Schwellenländern in ihren mittleren Bereich zurückgekehrt sind. Sie sind nicht überzeugt, dass das globale Wachstum endgültig die Talsohle erreicht hat. Außerdem befürchten sie, dass politische Unsicherheiten die Stock-Picking-Chancen weiterhin belasten werden.

EM-Top-down- und EM-Kreditstrategien wechselten hingegen weitgehend ins Lager der Bullen (siehe Grafik auf S.1 rechts). Die Manager gehen davon aus, dass es mit Blick auf die chinesische Wirtschaft noch viele weitere positive Überraschungen geben wird. Sie erwarten, dass institutionelle Anleger und eine breitere Aufnahme chinesischer Aktien in die MSCI-EM-Indizes weiter für Mittelzuflüsse in EM-Aktiva sorgen werden. Zudem werten sie die milden Töne der Fed als anhaltenden und kräftigen Treiber für die Schwellenmärkte.

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH