Weekly brief

DER ALLMÄCHTIGE DOLLAR

Die Erholung bei den risikobehafteten Assets scheint kein Ende nehmen zu wollen, was unter anderem auf Erwartungen zurückzuführen ist, dass die USA und China zu einer Einigung gelangen und so die Spannungen im Handelskonflikt abgebaut werden. Unterdessen sorgt die Rally am europäischen Anleihemarkt bei Staatsanleihen für Renditen, die sich in etwa auf den Niveaus von 2015-2016 bewegen, als der Deflationsdruck die Zentralbanker nachts wach hielt. Momentum-Investoren konnten bei ihrer Long-Positionierung in europäischen Anleihen einige Gewinne mitnehmen, doch unserer Meinung nach bieten sich günstige Gelegenheiten immer seltener. Jede positive Entwicklung in Bezug auf die europäische Wirtschaft könnte aufgrund der bereits sehr gedämpften Erwartungen zu einer deutlichen Korrektur bei sogenannten sicheren Vermögenswerten in der Region führen.

Im Hedgefondsbereich stockten CTAs ihre Long-Positionen in Anleihen im letzten Quartal deutlich auf, und wir machen uns Gedanken über die Auswirkungen, die eine Trendwende am Bondmarkt auf ihre zukünftige Performance haben könnte. Gleichzeitig bleibt die Liebe der Investoren zum US-Dollar trotz der nachgiebigeren Haltung der US-Notenbank und der kürzlich verlorenen Dynamik beim Dollar-Index (siehe Seite 2) erhalten. Verfügbare Daten der CFTC, die sowohl institutionelle Investoren (einschließlich Pensionsfonds, Stiftungen, Versicherungsgesellschaften und Investmentfonds) als auch gehebelte Fonds (typischerweise Hedgefonds) einbeziehen, deuten darauf hin, dass die Long-Positionierung im US-Dollar gut funktioniert. Aufgrund des jüngsten Regierungs-Shutdowns sind die CFTC-Daten zeitverzögert. Unsere eigenen Daten zu CTA-Exposures deuten jedoch darauf hin, dass solche Strategien ihre Long-Positionierung in der US-Währung seit Mitte Januar verstärkt haben, insbesondere gegenüber europäischen Währungen wie dem Euro, dem britischen Pfund und dem Schweizer Franken. Bei Global Macro sind die Einschätzungen unterschiedlicher, und die Long-Positionierung in der US-Währung ist im Vergleich zum vorigen Quartal jetzt eher weniger aggressiv.

Insgesamt führten wachsende Herausforderungen in Europa, wie die Wachstumsverlangsamung und der bevorstehende Fristablauf im Zusammenhang mit dem Brexit, weltweit zu einer höheren Abneigung gegen die Gemeinschaftswährung. Ende letzter Woche sandte auch EZB-Vorstandsmitglied Benoît Coeuré moderate geldpolitische Signale aus, was die Long-Positionierung der Investoren im US-Dollar verstärken könnte. Unsere Einschätzung im Hinblick auf den EUR/USD bleibt neutral, jedoch schlagen wir, wie vorstehend dargestellt, eine Untergewichtung in europäischen Anleihen vor, da unserer Meinung nach die Rally bei festverzinslichen Wertpapieren in Europa zunehmend extrem ausgereizt ist.

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH