Weekly brief

WARUM EVENT-DRIVEN-STRATEGIEN BEVORZUGT WERDEN SOLLTEN

Bisher finden Datenjongleure im Jahr 2019 wenig Hinweise auf eine Wachstumsverlangsamung in den USA. Der Arbeitsmarkt bleibt lebhaft, und die Konjunkturumfragen deuten im Januar auf eine starke Aktivität im verarbeitenden Gewerbe hin. Im Gegensatz dazu lassen sich im Euroraum kaum Hinweise finden, dass die wirtschaftliche Abschwächung ihre Talsohle erreicht hat. In Verbindung mit der nachgiebigeren Haltung der US-Notenbank trugen Wachstumsdivergenzen mutmaßlich dazu bei, dass sich die US-amerikanischen Risikoaktiva seit Jahresbeginn besser entwickelten als die europäischen (einschließlich Aktien und Hochzinsanleihen). Darüber hinaus wurde die Erholung der US-Aktien von zyklischen Sektoren verstärkt, was einen wiederaufkeimenden Optimismus signalisiert.

Die jüngste Performance von Hedgefonds wurde durch derlei Marktentwicklungen beeinflusst. Die Strategien, die stärker auf zyklische Sektoren reagieren, wie beispielsweise L/S Equity und Special Situations, entwickelten sich im Januar überdurchschnittlich. Unterdessen schnitten defensive Strategien schlechter ab (Merger Arbitrage, L/S Equity Market Neutral, Global Macro/CTA), obwohl die meisten von ihnen immer noch positive Renditen erzielen konnten.

Für die Zukunft ist unsere Einschätzung nach wie vor unverändert. Wir bevorzugen weiterhin defensive Strategien wie Merger Arbitrage und Fixed Income Arbitrage und bleiben vorsichtig in Bezug auf Strategien mit hohem Beta wie L/S-Equity-Strategien mit einer Long-Ausrichtung im Markt.

Wir sind allerdings davon überzeugt, dass Mischstrategien im Event-Driven-Bereich, die Exposures in Merger Arbitrage und Special Situations kombinieren, für diejenigen, die zur Erhöhung des Beta in ihrem Portfolio bereit sind, attraktiver sind als L/S-Equity-Strategien. Die Alpha-Generierung aus Special-Situations-Strategien war im Januar sehr stark (basierend auf HFRI-Indizes). Trotz eines Nettomarktexposures, das aufgrund der Sensitivität dieser Strategien gegenüber Value-Aktien bei rund 50% schwankt, konnten sie den MSCI World übertreffen (siehe Seite 2). Die Erholung bei Substanzwerten und zyklischen Aktien könnte sich mittelfristig als nicht nachhaltig erweisen, aber die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft gegenüber negativen Einflüssen aus dem Ausland (Konjunkturverlangsamung in China und Europa) legt den Schluss nahe, dass ein Hang zur Schwarzseherei bei der Einschätzung der Marktaussichten verfrüht ist. Schließlich sollte erwähnt werden, dass die Wertentwicklung von Special-Situations-Strategien je nach Benchmark sehr unterschiedlich ist. Monatliche Indizes, in denen weniger liquide Strategien vertreten sind, entwickelten sich strukturell besser als tägliche Indizes, die liquide Strategien einbeziehen. Dies lässt vermuten, dass die Liquiditätsprämien im vergangenen Monat wohl einen großen Beitrag zur Alpha-Generierung der Strategie leisteten.

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH