Weekly brief

DIE POSITIONIERUNG VON HEDGEFONDS NACH DEM STURM

Die seit Ende Dezember zu verzeichnende Markterholung vollzog sich inmitten nachlassender Spannungen im Handelskonflikt und der Hoffnungen, dass ein No-Deal-Brexit vermieden wird. Förderlich war außerdem eine nachgiebigere Haltung seitens der maßgeblichen Zentralbanken. Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe für Januar deuten jedoch auf eine Fortsetzung der Wachstumsabschwächung hin. In dieser Phase sieht es so aus, als könnte jeder Schock im Euroraum die Wirtschaft in eine Rezession stürzen. In diesem fragilen Umfeld erörtern wir die Positionierung von Hedgefonds und erläutern, in welchem Umfang die jüngste Erholung bei Risikoassets auch zu einer Erhöhung des Risikos in ihren Portfolios geführt hat. Kurz gesagt: Es herrscht nach wie vor Vorsicht; L/S-Credit-Strategien zählen zu den ganz wenigen Ausnahmen, die in der Ausverkaufsphase das Risiko erhöht haben.

  • CTAs und Global-Macro-Strategien bleiben bei Aktien aktuell weiterhin sehr vorsichtig positioniert. Unterdessen wurden Long-Positionen in Anleihen im Verlauf der letzten Wochen aufgestockt. Im Ganzen ist die Einstellung somit defensiver geworden, auch wenn die Prognosen in Bezug auf Vermögenswerte aus Schwellenländern vorsichtig nach oben korrigiert wurden. Bei Währungen und Rohstoffen erkennen wir viele unterschiedliche Ansichten. Hinsichtlich Long-Positionen im US-Dollar herrschte nicht mehr so viel Einigkeit.
  • Merger-Arbitrage-Strategien gingen in Bezug auf die kürzlich angekündigten Transaktionen sehr selektiv vor. Sie investierten etwa in die geplante Fusion zwischen Celgene und Bristol-Myers. Was den erwarteten Abschluss der Transaktionen anbelangt, halten sie an einer Ausrichtung auf kurzlaufende Papiere fest, um die Portfoliovolatilität einzudämmen.
  • L/S-Equity-Strategien reduzierten Ende 2018 ihr Beta und lassen jetzt allgemein Vorsicht walten. Im vierten Quartal 2018 reduzierten sie ihre Brutto- und Nettoexposures vor dem Hintergrund, dass die Sektorrotationen ihrer Positionierung entgegengerichtet waren (long in zyklischen versus defensiven Werten). Die tendenziell auf den Risikofaktor Momentum ausgerichteten marktneutralen Strategien nahmen ebenfalls Umschichtungen in ihren Portfolios vor und gingen Short-Positionen in Titeln mit hohem Beta sowie Long-Positionen in Aktien mit niedrigem Beta ein. Die Markterholung im Januar, die von Substanzwerten angeführt wurde, wirkte sich dennoch insgesamt positiv auf die Wertentwicklung von L/S-Equity-Strategien aus.
  • L/S-Credit-Strategien, schließlich, zählen zu den ganz wenigen Ausnahmen, die Ende Dezember die verschlechterten Marktbedingungen ausnutzten, um das Risiko in den Portfolios zu erhöhen. Die drastische Ausweitung der Credit Spreads von Hochzinsanleihen wurde als Chance wahrgenommen und die Strategien, insbesondere direktionale Strategien, erlebten im Januar eine ordentliche Erholung.

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH