Weekly brief

L/S-EQUITY-MANAGER SEIT DEZEMBER IN WARTESTELLUNG

Die weltweiten Aktienmärkte nahmen wieder Fahrt auf, getrieben von Zeichen, die auf Fortschritte an der Front im Handelskrieg zwischen den USA und China hindeuten sowie von einer Fed, die ihre jüngsten Erklärungen um moderate Zwischentöne bereicherte. Darüber hinaus halfen die positiven US-Arbeitsmarktberichte, die Enttäuschung über schwache Einkaufsmanagerindizes zu überwinden.

Die L/S-Equity-Strategie entwickelte sich in der letzten Woche überdurchschnittlich, vor allem dank des Beta. Die Renditen waren im Dezember einheitlich im roten, im Januar hingegen im grünen Bereich. Dennoch stach im Dezember eine Reihe von Fonds hervor, die im Januar einen Teil ihrer Gewinne wieder einbüßten. In den L/S-Equity-Portfolios stellen wir zu Beginn des Jahres 2019 nur geringfügige Veränderungen fest. Die meisten Manager haben ihre Netto- und Bruttoexposures seit dem Sommer 2018 kontinuierlich reduziert und beide ihren historischen Tiefstständen angenähert. Der Risikoabbau endete im Dezember. Nur sehr wenige Fonds kauften seitdem in den letzten zwei Wochen Aktien zurück. Auch die Sektorallokationen wurden seit den Tiefstständen im Dezember nicht wesentlich verändert.

Angesichts einiger wichtiger bevorstehender Katalysatoren befinden sich L/S-Equity-Manager in Wartestellung. In Bezug auf den Brexit könnte Plan B in dem Versuch münden, den Stichtag (29. März) zu verschieben. Außerdem beginnt in dieser Woche mit einigen der großen Banken die Berichtssaison. Während die Zahlen für das vierte Quartal möglicherweise noch ordentlich aussehen, werden Investoren die Prognosen der Unternehmen genau unter die Lupe nehmen. Die ersten Handelsgespräche zwischen den USA und China endeten am 9. Januar mit einem positiven Ausblick. Die chinesischen Zugeständnisse sind nach wie vor weit von den ursprünglichen Forderungen der USA entfernt, aber die rückläufigen Finanzmärkte dürften Präsident Trump zu einem besseren Timing im Vorfeld der Wahlen im Jahr 2020 drängen. Weitere Gespräche auf hoher Ebene werden voraussichtlich Ende Januar stattfinden. Zudem beginnt sich die erneut hohe, in Ausverkaufsphasen typische Korrelation bei Aktien gerade erst zu normalisieren. In der Zwischenzeit ist die Marktstruktur für Stock Picker nach wie vor ungünstig.

Europäische Fonds scheinen angesichts der vielfachen lokalen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten am wenigsten geneigt, auf die Märkte zurückzukehren. Parallel zu einem sich festigenden Euro wurden inländische Aktien reduziert. Die Exposures US-amerikanischer Fonds sind größer als die in Europa. Diese fügten „Safe Haven“-Positionen hinzu und verringerten gleichzeitig ihre Bestände an Technologie- und Finanztiteln. Interessanterweise stocken einige asiatische Manager ihre Exposures vorsichtig wieder auf. Industrieunternehmen werden gegenüber Technologieaktien bevorzugt, was im Einklang mit den positiver verlaufenden Handelsgesprächen, der weiteren politischen Lockerung in China und einem sich intensivierenden Tech-Krieg steht. Die Portfolios der quantitativen Fonds tendieren nun zu defensiven Positionen, was die Umschichtung in Momentum-Aktien widerspiegelt.

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH