Weekly brief

L/S-CREDIT WIDERSTANDSFÄHIGER ALS VON INVESTOREN BEFÜRCHTET

Die Risikoaversion setzt sich trotz niedrigerer Aktienbewertungen und größerer Credit Spreads weiter fort. Erwartungen einer Jahresendrally bei Risikoassets verflüchtigten sich aufgrund der nach wie vor akuten Sorgen wegen des Brexits und der weiter zunehmenden – allerdings niedrigen – Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA. Die Wachstumsdivergenzen zwischen den USA und Europa vergrößerten sich im vierten Quartal weiter und trieben den US-Dollar-Index in diesem Jahr auf Rekordhöhen. Hintergrund hierfür waren die vielfachen Schwierigkeiten, auf die die EZB im Rahmen ihrer jüngsten geldpolitischen Sitzung hinwies.

Derartige Marktbedingungen begünstigen weiterhin Hedgefondsstrategien mit niedrigem Beta. Seit Anfang Dezember entwickelten sich Merger Arbitrage und L/S Equity Market Neutral überdurchschnittlich, während L/S-Equity-Strategien weiterhin unter Druck stehen. Relative Value Arbitrage erwies sich als widerstandsfähig. Auf Basis einer Vergleichsgruppe von 28 Onshore-L/S-Credit-Strategien lag die mittlere Performance bei -0,3% seit Monatsbeginn (bis zum 12. Dezember) und bei -1,3% seit Anfang des Quartals. Doch aufgrund von Liquiditätsbedenken sind Investoren im Bereich L/S-Credit-Strategien defensiv eingestellt. Nach Angaben von Morningstar verzeichneten Onshore-Fixed-Income-Strategien im September und Oktober hohe Kapitalabflüsse.

Wir stellen fest, sich der Leverage bei US-Unternehmen seit 2015 auf einem Niveau stabilisiert hat, das im Vorfeld der globalen Finanzkrise vorherrschte. Die von den Ratingagenturen in zwölf Monaten prognostizierten Ausfallquoten bei Hochzinsanleihen in Europa und den USA sind dennoch harmlos. Voraussichtlich werden sie unter 2,5% bleiben; im Vergleich dazu lag der Durchschnitt in den letzten fünf Jahren bei 2,7% bzw. 3,4%. Allerdings können unter den aktuellen Marktbedingungen schnell Liquiditätsspannungen entstehen, die zu starken Preisschwankungen bei Vermögenswerten führen können. Wir selbst sind Unternehmensanleihen gegenüber pessimistisch eingestellt. Wir rechnen in sämtlichen Regionen mit größeren Spreads als Folge der schwächeren Makrodaten, der Beendigung des QE-Programms im Euroraum und der Umschichtung von Vermögenswerten aus Unternehmensanleihen in Treasuries. Investoren sind daher wahrscheinlich zu Recht besorgt. Allerdings sind L/S-Credit-Manager selbst defensiv in ihrer Positionierung. Ihre Widerstandsfähigkeit im vierten Quartal verdeutlicht dies recht gut. Aus unserer Sicht unterstützt das zuvor Gesagte eine neutrale Haltung gegenüber L/S-Credit-Strategien und eine Präferenz für Strategien mit geringerer Marktdirektionalität.

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH