Weekly brief

HEDGEFONDS NEIGEN ZUR EINIGKEIT

Sowohl der sich nachweislich ändernde Ton der US-amerikanischen Zentralbank (Fed) als auch die Hoffnung auf einen Waffenstillstand im Handelskonflikt erwiesen sich in dieser Woche als vorteilhaft für Risikoaktiva. Seit Mitte November tendieren die Zinsen nach unten, im Gleichschritt mit einer nachlassenden Dynamik beim globalen Wachstum und eskalierenden politischen Risiken in China und Europa. Diese Woche änderte der Fed-Vorsitzende Powell seine Haltung, wobei er die Zinsen, die er im Oktober als „weit entfernt“ vom neutralen Zinssatz bezeichnete, von nun an als „knapp darunter“ betrachtete. Auch das Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses zeigte einen gemäßigten Ton. Während alles auf eine Anhebung der Zinsen im Dezember hindeutet, lässt sich auf eine zunehmende Datenabhängigkeit der Fed schließen. Da die Renditen von Staatsanleihen seit Mitte November um 25 Bp. gesunken sind, erwarten die Märkte nach einer Zinserhöhung im Dezember für 2019 nun nur noch zwei weitere Zinsschritte.

Die veränderte Tonlage bei der Fed findet auch Berücksichtigung in den Portfolios der Hedgefonds. Insgesamt neutralisierten CTAs ihre Short-Positionen in Anleihen im November vollständig. Obwohl mit abweichender regionaler Positionierung durchgeführt, war dies eine schnelle Umschichtung. Sie reduzierten etwa ein Viertel ihrer Short-Positionen in US-Anleihen, gingen jedoch Long-Positionen sowohl in europäischen als auch in japanischen Anleihen ein. Es ist anzumerken, dass CTAs nach wie vor eine beträchtliche Long-Positionierung im USD gegenüber EUR, JPY, CHF und GBP aufweisen. Außerdem halten sie Short-Positionen in Aktien, insbesondere in Europa und Japan. Ihre Positionen im Energiesektor bauten sie vollständig ab.

Seit dem Sommer erzielten Global-Macro-Strategien bei Anleihen allgemein nur noch begrenzte Gewinne. Etliche Manager erwarteten ab Herbstbeginn seitens der Fed eine langsamere Herangehensweise, waren dafür allerdings im Allgemeinen zu früh entsprechende Positionen eingegangen. Einen Teil der Verluste, die sie erlitten hatten, bevor die Zinsen von ihren Höchstständen wieder drehten, konnten sie kürzlich wieder ausgleichen. Manager, die ohnehin ein anderes, restriktiveres Zinsszenario hatten, erlebten ein ähnliches Gewinnmuster. Timing war wichtiger als die fundamental richtige Einschätzung.

Beide Seiten stimmen mittlerweile in Bezug auf Anleihen überein. In den Portfolios sehen wir begrenzte Short-Positionen in der US-Duration zugunsten von mehr Relative-Value-Positionen. Außerhalb der USA halten Global-Macro-Strategien derzeit bedeutende britische Cash-Futures, und einige Fonds nahmen Long-Positionen in der Duration von Bundesanleihen hinzu, um die schwachen europäischen Wirtschaftsdaten zu berücksichtigen. In den Anlageklassen, bei denen es sich nicht um Anleihen handelt, sehen wir mehr divergierende Haltungen.

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH