Weekly brief

DELEVERAGING VON ÖL-POSITIONEN BEI CTAS IST VORBEI

Die Zweifel am globalen Wachstum holten am Ende die Ölpreise ein, gerade als sich das Angebotsrisiko unerwartet verringerte. Im Laufe des Sommers veranlassten steigende Ölpreise und die Zusicherung der USA, dass bei iranischen Rohölimporten nicht auf Sanktionen verzichtet würde, Saudi-Arabien dazu, den Ölhahn aufzudrehen. In einer Zeit, in der neben Saudi-Arabien auch mehrere OPEC-Mitglieder die Einhaltung ihrer Förderquoten lockerten, hob die US-Regierung bei acht Ländern unerwartet die Sanktionen für sechs Monate auf. Sowohl die Erwartung einer schwächeren Nachfrage als auch nachlassende Angebotsrisiken sorgten bei den Ölpreisen für eine scharfe Kehrtwende.

Unserer Auffassung nach wurde jedoch der Einbruch in hohem Maße durch systematischen und opportunistischen Risikoabbau verstärkt. Den ganzen Oktober hindurch dominierte das Deleveraging bei CTAs. Insgesamt beobachteten wir bis Ende Oktober einen nahezu vollständigen Abbau ihrer seit langem gehaltenen WTI- und Brent-Positionen und auch eine Reduzierung bei etwa zwei Dritteln ihrer Long-Exposures in Heizöl und Diesel. Anfang November war die Beteiligung der CTAs am Verfall der Ölpreise schwächer: Sie stießen die restlichen Positionen ihrer Rohöl-Futures ab, und hielten lediglich geringfügige Long-Positionen in Heizöl- und Diesel-Futures bei.

Die Glattstellung von abgesicherten Positionen dürfte im November dominiert haben, da die Ölpreise Niveaus erreicht haben, bei denen die Produzenten ihre Förderung abgesichert hatten. Basierend auf einer großen Stichprobe von Berichten der US-Produzenten schätzen wir, dass ihr durchschnittlicher abgesicherter Produktionspreis für WTI bei rund 61,5 USD pro Barrel lag. Finanzinstitute, die diese Absicherungsstrategien verkauft hatten, waren zu einer entsprechenden Anpassung ihrer eigenen Exposures gezwungen.

Der Verkaufsdruck wirkte sich umso stärker aus, als das Handelsvolumen von Öl-Futures im November zurückging. Abgesehen von CTAs hatten die meisten Multi-Asset-Manager (einschließlich Global-Macro- und Risk-Parity-Fonds) begrenzte Exposures in Ölanlagen. Die fehlende Marktbreite verstärkte aus unserer Sicht den Einfluss von CTAs und Finanzinstituten.

Das Deleveraging bei CTAs ist größtenteils beendet, es sei denn, es kommt zu einer weiteren Runde wirtschaftlicher Enttäuschung. Zusammen mit der normalisierten Positionierung der Investoren könnte der Verkaufsdruck nachlassen. Einige Katalysatoren könnten ebenfalls zu einer teilweisen Mean Reversion der Preise beitragen. Vermutlich wird die Kehrtwende der USA in Bezug auf die Sanktionen gegen Iran die Bedenken der OPEC-Mitglieder hinsichtlich einer entsprechenden Anpassung ihrer Fördermengen im Rahmen ihres Treffens am 6. Dezember in Wien ausräumen. Darüber hinaus sollte sich das anhaltende Risiko im Zusammenhang mit der Ölförderung in Venezuela und Libyen weiterhin unterstützend auswirken. Und schließlich wird sich die Ausnutzung der Kapazitäten der US-amerikanischen Ölpipelines, Raffinerien und Öldienstleistern im nächsten Jahr nur allmählich verbessern. Voraussichtlich werden die meisten neuen Pipelines im zweiten Halbjahr – nicht im ersten – in Betrieb sein.


By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH