Weekly brief

GRÜNDE FÜR EINE NEUGEWICHTUNG BEI US-STOCK-PICKERN

Die Hochphase der Quartalsberichte in den USA ist vorüber. In der Vergangenheit war ungewöhnlich hohe Volatilität einzelner Aktien nach den Ergebnisverlautbarungen ein Verhaltensmuster, das nur an gesamtwirtschaftlichen Wendepunkten auftrat. Die Berichtssaison für das dritte Quartal zeigt, dass das aus der Steuerreform resultierende zusätzliche Wachstum jetzt ein Ende hat und Corporate America wieder mit konstanter Geschwindigkeit fährt. Alles – der Anteil an überraschenden Ergebnissen, das Ausmaß der Überraschungen, die Prognosen und die Erwartungen für das nächste Jahr – kehrte auf seine langfristigen Durchschnittswerte zurück.

Nach einem holprigen Start, bei dem jede Prognoseverfehlung massiv abgestraft wurde, stimmten die Kurse in zunehmendem Maße mit der Entwicklung der Fundamentaldaten der Aktien überein. Für Manager, die Kurse benötigen, in denen sich die Fundamentaldaten der von ihnen ausgewählten Aktien widerspiegeln, ist dies ein maßgebliches Verhaltensmuster.

Gleichzeitig werden eine verstärkte Streuung auf Aktien- und Sektorebene und moderate Korrelationen auch vielfältige Arbitrage-Gelegenheiten bieten. Diese werden sich ergeben, nachdem sich der Staub gelegt hat und sich neue Tendenzen bei Aktien entwickeln. Zudem werden vernünftigere Gewinnerwartungen die Hürde senken. Interessanterweise zeigten auch US-Aktien eine breitere Führung in den Sektoren, wobei der Beitrag der zyklischen Titel ausnahmsweise dem der Technologiewerte entsprach.

Diese Verbesserungen sind aus unserer Sicht kein Zufall. Sie kommen zu einer Zeit, in der die US-Wirtschaft auf dem Höhepunkt steht, was direktionale Marktbewegungen einschränkt. Die Auswirkungen des Zinserhöhungszyklus der Fed beginnen sich bemerkbar zu machen durch erhöhte diskontierte Cashflows und Leverage-Differenzierung. Die nachlassenden Auswirkungen der Steuerpolitik sollten auch dazu führen, dass bis zu einem gewissen Grad Sektoren- und Faktorrotationen wieder auf traditionelle Treiber (Wachstum, Zinsen, etc.) reagieren.

Mehr Arbitrage-Möglichkeiten durch niedrige Korrelationen, mehr Differenzierung bei den Fundamentaldaten, eine höhere Rationalität bei den Kursen sowie eine Neuausrichtung der meisten Aktientrends – dies sind allesamt Zutaten, an denen Stock Picker Gefallen finden.

Das soll nicht heißen, dass für Alpha wieder « Goldilock »-Bedingungen herrschen. Vorerst haben die meisten L/S-Equity-Manager ihr zyklisches Exposure generell reduziert. Von einer anhaltenden Rally würden sie nur teilweise profitieren, wenn überhaupt. Darüber hinaus sind die politischen Unsicherheiten noch nicht aus dem Blickfeld verschwunden, da Handelskonflikte noch etwas länger für Verunsicherung hinsichtlich der Chancen in der Titelauswahl sorgen dürften. Dies vorausgeschickt, ziehen wir eine Neugewichtung bei US-Stock-Pickern in Betracht.

 

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH