Weekly brief

Verluste bei Hedgefonds durch Talfahrt am Markt

Höhere Anleihenrenditen und politische Unsicherheiten forderten in der letzten Woche bei Risikoaktiva ihren Tribut. In den USA bewegen sich die Geschäftsklimaumfragen auf Rekordniveaus und die Arbeitslosenquote ist auf dem tiefsten Stand seit mehreren Jahrzehnten. Das schürte Ängste vor einer Überhitzung. Seit Ende August legten die Treasury-Renditen zu und die Renditekurve versteilerte sich. Dieser Ausverkauf weist folglich Ähnlichkeiten mit der Verkaufswelle im Februar auf und hat nichts mit Rezessionsängsten zu tun. Gleichzeitig wurden die Sorgen an den Märkten durch die Pattsituation zwischen Italien und der EU in der Frage der fiskalpolitischen Expansion und die schwierigen Verhandlungen zwischen den USA und China noch verstärkt.

Hedgefonds waren gegenüber den Marktentwicklungen nicht immun. Sie verloren in der Berichtswoche (4 bis 11. Oktober) aufgrund der Underperformance von L/S-Equity-, Special-Situations- und CTA-Strategien 2,2 Prozent. Merger-Arbitrage-Strategien wurden zwar durch die Ausweitung der Transaktionsspreads leicht belastet, insgesamt gelang ihnen jedoch eine überdurchschnittliche Entwicklung. Fixed-Income-Arbitrage-, L/S-Credit- und Global-Macro-Strategien erwiesen sich aufgrund ihrer vorsichtigen Positionierung als stabil. L/S-Equity-Market-Neutral-Strategien gaben geringfügig nach. Insgesamt ist darauf hinzuweisen, dass die Renditen der Fonds breit gestreut waren. Dies galt insbesondere für die Bereiche L/S Equity (einschließlich Market Neutral) und Global Macro, in denen mehrere Strategien aufgrund ihrer defensiven Positionierung positive Renditen erzielen konnten.

In unseren Augen sind die Sorgen hinsichtlich einer Überhitzung überzogen. Die US-Wirtschaft dürfte sich abschwächen, sobald die fiskalpolitischen Anreize nachlassen (siehe Schätzungen der US-Notenbank). Nach unserer Auffassung wird die Fed die geldpolitische Straffung nicht schneller vorantreiben, da sich die Inflation dem Ziel von 2 Prozent nähert. Doch wir erwarten, dass die Märkte volatil bleiben. Nach angespannten Phasen nimmt die Risikobereitschaft tendenziell ab. Mittelfristig rechnen wir mit einer im Vergleich zu den letzten Jahren weiterhin hohen Volatilität. Im nächsten Jahr werden Bedenken hinsichtlich einer Überhitzung möglicherweise von Rezessionsängsten abgelöst, wenn sich das Wachstum abschwächt. Schließlich wurden wir in unserer Einschätzung von alternativen Strategien bei Merger Arbitrage und Relative Value Arbitrage (Übergewichtung) bestärkt, unsere Einschätzung von CTA-Strategien wurde jedoch infrage gestellt. Trendfolgestrategien gerieten in der letzten Woche wegen ihrer Long-Positionierung in Aktien sowie ihrer Allokationen in Anleihen und Rohstoffen (long in Öl, short in Edelmetallen) unter Druck. Der Verlust war vergleichbar mit früheren Trendwenden in diesem Jahr und führte vermutlich zu einem Portfolio-Deleveraging. Dies liegt nahe, dass die Strategie von einer Markterholung – sollte sie denn stattfinden – vielleicht nicht profitiert. Wir stufen deshalb CTAs auf neutral herab.


By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH