Weekly brief

GÜNSTIGES UMFELD FÜR STRATEGIEN MIT NIEDRIGEM BETA

Als der US-Aktienmarkt Anfang September unter Verkaufsdruck stand, verlor der MSCI World fast 1,5% und verzeichnete damit die schwächste Woche seit Ende März. Der Grund war, dass eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China wahrscheinlicher geworden war. Die Frist für öffentliche Einlassungen zu den geplanten US-Zöllen auf chinesische Importe im Wert von 200 Mrd. USD lief am letzten Donnerstag ab. Anfang August hatte der US-Präsident angedeutet, dass die Zölle bis zu 25% betragen könnten. Der Ausverkauf bei Vermögenswerten aus Schwellenländern setzte sich unterdessen fort.


Im Hedgefonds-Bereich entwickelten sich Strategien mit niedrigem Beta in der letzten Woche überdurchschnittlich. Die Merger-Arbitrage-Strategie, die ein strukturell niedriges Beta gegenüber den Aktienmärkten aufweist (siehe Grafik auf S.1), lag als einzige Strategie im Plus. Positive Beiträge zur Wertentwicklung leistete unter anderem der Deal Aetna/CVS, bei dem sich der Spread aufgrund von Medienberichten verengte, dass das US-Justizministerium (DoJ) den Deal in den nächsten Wochen genehmigen könnte. Das DoJ soll angeblich demnächst auch der Übernahme von Express Scripts durch Cigna, einem bedeutsamen Deal in Merger-Arbitrage-Portfolios, grünes Licht geben. Auch beim Deal Sky/Comcast verengte sich Anfang September der Spread, was der Performance zugutekam.


CTAs tendierten unterdessen trotz Long-Positionen in US-Aktien seitwärts; Fixed-Income-Arbitrage-Strategien gaben dagegen leicht nach. Strategien mit höherem Markt-Beta wie L/S Equity und Special Situations waren rückläufig (-1,2% bzw. -0,8%). In den Sommermonaten erhöhten L/S-Equity-Fonds das Markt-Beta und wiesen dadurch mehr Direktionalität auf. Die Fonds richteten sich zudem in letzter Zeit wieder stärker auf zyklische Titel aus, was Anfang September von Nachteil war.


Was unsere Empfehlungen angeht, haben wir an der Übergewichtung von Merger-Arbitrage-Strate-gien bis jetzt festgehalten und bekräftigen diese. Die Strategie scheint für die aktuelle Marktlage perfekt geeignet zu sein, in der die Abwärtsrisiken angesichts der hohen politischen Unsicherheit und der hohen Bewertungen an den Aktienmärkten erhöht bleiben. Die Transaktionsspreads haben sich zuletzt verengt, jedoch bleibt die Strategie aufgrund der geringen Volatilität der Erträge und der niedrigen Korrelation mit traditionellen Vermögenswerten weiterhin interessant. Das Beta der Renditen von Merger-Arbitrage-Strategien gegenüber dem MSCI World hat in der Vergangenheit unter 10% gelegen. Die Fusions- und Übernahmeaktivität schließlich dürfte im 3. Quartal zwar schwächer sein als im gleichen Quartal der beiden Vorjahre, ist absolut betrachtet aber immer noch stark.


By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH