Weekly brief

ATTRAKTIVITÄT VON HEDGEFONDS GEGENÜBER PASSIVEN RENTENFONDS

Für Hedgefonds war die letzte Woche durchwachsen. CTAs gaben nach, da ihnen ihre Long-Positionen in EU-Anleihen und Energiewerten zu schaffen machten. L/S-Equity- und Special-Situations-Fonds litten unter der Instabilität bei den führenden Sektoren und den Momentum-Titeln.

Im Bericht konzentrieren wir uns dieses Mal auf Fixed-Income-Arbitrage-Fonds (FI Arb.). Investoren schätzen die Märkte für Unternehmensanleihen zunehmend pessimistisch ein. Sorgen machen ihnen nämlich die hohen Bewertungen, die laufende Normalisierung der Geldpolitik und ein alternder Zyklus. Die Renditen von Unternehmensanleihen fielen in Europa in diesem Jahr bisher schwach aus und waren in Schwellenländern negativ. Doch die Handelsbedingungen erwiesen sich in den USA als ziemlich stabil. Vorteile aus der Steuerreform, kaum Anzeichen für eine bevorstehende Welle von Kreditausfällen und einige Verbesserungen bei den Anleihenkennzahlen wirkten sich günstig aus. Während die Erwartungen in Bezug auf das Beta insgesamt moderat bleiben, stellen sie sich in den verschiedenen Regionen uneinheitlich dar.

Auch die Alpha-Potenziale bei Unternehmensanleihen sind heterogen. Nach unserer Auffassung bieten mangelnde Themen und eine geringe Differenzierung zwischen einzelnen Emissionen in den meisten Märkten ein begrenztes Potenzial für Mainstream-Fonds. Dies spiegelt sich in der starken Korrelation zwischen den Sektoren und einzelnen Emissionen sowie in einer geringen Streuung wider. Allerdings sollten FI-Arb.-Fonds durch mehrere Faktoren unterstützt werden. 1. Obgleich sich das Potenzial für Emissionen mit weichen Katalysatoren in Grenzen zu halten scheint, erhalten spezifische Gelegenheiten Auftrieb durch robuste Unternehmensaktivitäten und eine Pipeline von Umstrukturierungen im Energie-, Einzelhandels- und Mediensektor sowie bei kleineren Emissionen. 2. Chancen für Short-Positionen, die lange Zeit Alpha vernichtet haben, sind jetzt wieder zurück auf dem Radar und in den Büchern der Manager. 3. Cross-Credit-Arbitrage (typischerweise von Multi-Strategy-Fonds anvisiert) bieten Arbitragepotenzial. Die anhaltende Normalisierung der Geldpolitik führt derzeit zu einer größeren Differenzierung zwischen den Anleihensegmenten.

Dementsprechend entwickelten sich Event-Driven-/substanzorientierte Anleihenansätze sowie Structured Arbitrage erfreulich. Unternehmens- und Wandelanleihenstrategien kamen mit schwierigen Bedingungen gut zurecht. Sie sind aktuell zwar vorsichtig positioniert, doch es gelang ihnen, beständiges Alpha ohne erhebliches Carry zu generieren. Im Gegensatz dazu taten sich Fonds mit dem Schwerpunkt Sovereign-Arbitrage (die in vielerlei Hinsicht Global-Macro-Fonds ähnlich sind) schwer. Während die Märkte für Unternehmensanleihen nach wie vor angespannt bleiben, sehen wir eine wachsende relative Attraktivität bei Hedgefonds, die dort Mehrwerte erzielen können, wo Investmentfonds und passive Rentenfonds keine solche Möglichkeit haben. Wir bevorzugen nach wie vor Multi-Strategy-Fonds und sind bei L/S-Corporate-Fonds neutral.

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH