Weekly brief

L/S Equity hatte im 1.Halbjahr Unsicherheiten zu bewältigen

Während L/S-Equity-Fonds 2017 beständig Alpha generierten, war der Beitrag 2018 bislang geringer und volatiler. Zudem fiel er von Region zu Region heterogener aus. Mikroökonomische Entwicklungen wurden in den meisten Regionen durch sich zuspitzende Bedenken über das globale Wachstum und eine ungewöhnliche Reihe politischer Unwägbarkeiten überschattet. Dadurch stand auch das Risikomanagement bei den Managern weiterhin im Mittelpunkt. Infolgedessen ließ sich nachhaltiges Alpha bei Aktien schwieriger erzielen, denn sie wurden eher durch die breiter angelegten Trends als durch ihre Fundamentaldaten angetrieben. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden Fonds, die sich auf Japan, Asien und Schwellenländer konzentrieren. Im Gegensatz dazu profitierten US-Manager von einer ausgeprägteren Direktionalität in den Sektoren und vermehrten M+A-Aktivitäten. Europäische Fonds erfreuten sich einer größeren Zahl von Investmentthemen und einer stärkeren Differenzierung zwischen den Aktien.

Indessen veranlassten Unsicherheiten viele Manager dazu, ihr Exposure zu beschneiden, in den verschiedenen Regionen allerdings ungleichmäßig (siehe dritte Grafik auf S.1). Das hinderte sie daran, in vollem Umfang vom Beta-Beitrag zu profitieren, sofern dieser positiv war. Ein stärkeres Exposure in den USA sorgte für Zusatzrenditen. Immer mehr Manager erklären, ihr Exposure weiter reduzieren zu wollen, nicht nur wegen der größeren Unsicherheiten, sondern auch aufgrund der bevorstehenden Sommerpause.

Die meisten von ihnen legen ihr Augenmerk derzeit auf die Berichtssaison. In den USA, wo die Hälfte schon vorbei ist, gab es einen ungewöhnlich hohen Anteil von Unternehmen, bei denen Umsatz und Gewinne die Erwartungen übertrafen. Ein stärkeres Vertrauen in die US-Wirtschaft lässt aktuell individuellen Faktoren mehr Spielraum. Anders als in den beiden vorhergehenden Quartalen werden Aktien anhand ihrer Fundamentaldaten belohnt und differenziert. Der Konsumgüter-, der Gesundheits- und der Technologiesektor stellen die größten Alpha-Quellen dar.

In Europa fielen die veröffentlichten Zahlen bei einem Drittel der Unternehmen deutlich bescheidener aus als in den USA. Allerdings sind die Ergebnisse heterogen und zwischen den Aktien erfolgt eine sehr starke Differenzierung. Dabei werden die Renditen nach der Bekanntgabe der Ergebnisse eher durch Besonderheiten der Unternehmen als durch die breiteren Märkte angetrieben. Außerdem sind Investoren in Bezug auf Überraschungen nicht so anspruchsvoll wie in den USA.

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH