Weekly brief

WO AKTIVISTEN TROTZ TURBULENTER MÄRKTE GELEGENHEITEN FINDEN

Die Drohungen, mit denen sich die USA und China in ihrem Handelskonflikt gegenseitig überzogen, und die unmittelbar bevorstehende Einführung von Strafzöllen veranlassten die Anleger zur Neubewertung des Eskalationsrisikos. Vermögenswerte in China und Asien, Industrie- und Rohstoffsektoren sowie exportorientierte Aktien litten besonders. Noch scheint jedoch die Risikoprämie für den Handel moderat zu sein, weil die Anleger nach wie vor nicht davon überzeugt sind, dass die Spannungen zu einem ausgewachsenen Handelskrieg ausarten.

Hedgefonds legten insgesamt eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit an den Tag. Dank ihres begrenzten Netto-Exposures in den oben genannten Anlagen und ihrer Bestände in defensiven Werten haben sie sich zu einer der besten Absicherungen gegen Risiken im Handel entwickelt. In der vergangenen Woche waren die Auswirkungen auf Fonds, die auf Schwellenländer und notleidende Anleihen fokussiert sind, am größten. Im Gegensatz dazu profitierten CTAs von ihrer Long-Positionierung in europäischen Anleihen, und Event-Driven-Fonds blieben vom Epizentrum der Handelsprobleme verschont.

Wir konzentrierten uns in dieser Woche auf Special-Situations-Fonds, die sich als überraschend aktiv bei der Generierung von Ideen erwiesen. Seit Februar, als an den Märkten eine turbulente Phase einsetzte, die von einer Reihe von Unsicherheiten durchzogen war, starteten Special-Situations-Fonds mehr als 30 neue Kampagnen in den USA (mit etwa 15 neuen Positionen waren sie auch in Japan aktiv, während in Europa eher wenig geschah).

Bei zwei Dritteln dieser Bestände handelt es sich um Mid oder Small Caps, und etwa die Hälfte sind Nicht-Basiskonsumgüter- und Technologieunternehmen. Die Gemeinsamkeit dieser Unternehmen liegt in ihrer Tätigkeit in Wirtschaftssegmenten, die strukturelle Veränderungen durchlaufen. Eine Mehrheit dieser Unternehmen muss seine Umsätze steigern oder seine Kosten senken. In Anbetracht eines förderlichen M+A-Umfelds in den USA sind diese Unternehmen wahrscheinliche Kandidaten für Deals. Diese Katalysatoren scheinen noch nicht völlig eingepreist zu sein. Darauf deuten ihre Bewertungen hin, da sie im Vergleich zu den wichtigsten Indizes immer noch mit Abschlägen gehandelt werden.

Die Hauptrisiken von Special-Situations-Strategien stehen nicht unmittelbar mit dem Welthandel oder Italien in Zusammenhang; sie reagieren vielmehr empfindlicher auf Liquidität. Nach unserer Schätzung würde es mehr als 40 Arbeitstage erfordern, um aus einer 5%igen Beteiligung auszusteigen, ohne die Geld-Brief-Spannen und Handelsvolumina durcheinander zu bringen. Auch wenn diese aggressiveren Positionen mit einem gewissen Risiko verbunden sind, halten wir die Fokussierung von Special-Situations-Fonds auf Aktien mit harten Katalysatoren nach wie vor für attraktiv, denn eine Rezession ist noch nicht in Sicht

By LYXOR CROSS ASSET RESEARCH