Weekly brief

STEIGENDE ANLEIHENRENDITEN STELLEN HÜRDEN FÜR CTAS DAR

Im August sorgten die Erwartungen an einen Anstieg der Inflation für Auftrieb bei den Anleihenrenditen. Hintergrund hierfür waren die jüngsten Verbraucherpreisindexdaten, die die Markterwartungen in den USA übertrafen. Sowohl die Gesamtinflation als auch die Kerninflation stiegen im Juli in den USA im Monatsvergleich um 0,6%, während gemäß Bloomberg ein Anstieg um 0,3% erwartet wurde. Die Kerninflation stieg im Jahresvergleich um 1,6% (gegenüber erwarteten +1,1%). Sowohl in den USA als auch in Europa trieben Überraschungen in Bezug auf die Inflationsentwicklung insbesondere die Anleihenrenditen am langen Ende der Kurve in die Höhe, obwohl die Inflationsdaten in der Eurozone den Erwartungen entsprachen.


Der jüngste Anstieg der Anleihenrenditen führte zu einer Umkehr des seit Jahresbeginn vorherrschenden Abwärtstrends und wirkte sich auf einige alternative Strategien negativ aus. Nach unserer Einschätzung vom 25. August entwickelten sich CTAs im August mit einem Minus von 1% unterdurchschnittlich. Die Trendwende bei Anleihen verlief einigermaßen reibungslos, was dazu beigetragen hat, die Verluste für Trendfolgestrategien, die nach wie vor eine beträchtliche Long-Positionierung in festverzinslichen Wertpapieren aufweisen, zu begrenzen. Indessen wurden Verluste bei Anleihen zum Teil durch Long-Positionen in Aktien und Short-Positionen im USD ausgeglichen, der im August weiterhin unter Abwärtsdruck stand.


Künftig könnten die Anleihenrenditen durch den geldpolitischen Strategiewechsel der Fed von einer flexiblen Inflationszielvorgabe zu einer durchschnittlichen Inflationszielvorgabe beeinflusst werden. Diese Änderung wurde Ende letzter Woche vom Fed-Vorsitzenden Jerome Powell beim jährlichen Economic Policy Symposium in Jackson Hole angekündigt. Die Fed hatte zwar zuvor bereits signalisiert, sich in Richtung eines durchschnittlichen Inflationsziels zu orientieren, doch die Ankündigung kam früher als erwartet und fiel mit dem Abschluss ihrer eineinhalb Jahre andauernden Überprüfung des geldpolitischen Rahmenwerks zusammen. Ob mit diesem Strategiewechsel die Inflationsergebnisse und -erwartungen steigen werden, bleibt abzuwarten. Was die Break-even-Inflationsraten sowohl in den USA als auch in Europa angeht, bleiben wir jedoch weiterhin optimistisch. Demzufolge sind die Risiken für CTAs abwärts gerichtet. Allerdings halten wir aufgrund ihrer dynamischen Eigenheiten an unserer neutralen Haltung gegenüber der Strategie fest. Seit Anfang des Jahres haben Trendfolgestrategien ihre Fähigkeit zur Anpassung an sich schnell verändernde Marktbedingungen weiter unter Beweis gestellt. Damit konnten sie sich inmitten der durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten Marktturbulenzen erstaunlich gut behaupten. Sollte es tatsächlich zu einem Aufwärtstrend bei den Anleihenrenditen kommen, werden CTAs davon profitieren. Dennoch deuten die Erkenntnisse der letzten Jahre darauf hin, dass langfristige Faktoren (Demographie, Technologie) die akkommodierenden geldpolitischen Bedingungen für die Inflationsaussichten dominieren. In den kommenden Monaten erwarten wir einen moderaten Aufwärtsdruck bei den Anleihenrenditen, der unserer Ansicht nach von Trendfolgestrategien genutzt werden kann.

FONDSVORSCHLÄGE

Name
LYXOR EPSILON GLOBAL TREND FUND
Lyxor / WNT Fund