Weekly brief

Weite Spreads bei M&A von vorsichtigen Managern nicht zur Arbitrage genutzt

In den letzten Monaten waren die Volumen an Unternehmensfusionen und -übernahmen verschwunden, doch im Juni scheint sich der Dealflow – neu belebt – wieder zu erholen. In den USA war in den Monaten April und Mai ein Rückgang der Fusions- und Übernahmetransaktionen auf nahezu Rekordtiefs zu verzeichnen, wobei sich die Monatsvolumen gemäß dem Finanzdienstleister Refinitiv im Bereich von 20 bis 30 Mrd. US-Dollar bewegten. Mega-Transaktionen (über 5 Mrd. USD) waren in den letzten zwei Monaten einfach nicht mehr vorhanden. Jetzt könnten sie jedoch wieder aufkommen. So nahm etwa AstraZeneca in der letzten Woche Kontakt zu Gilead Sciences auf und stellte die Möglichkeit einer Rekordfusion in den Raum. Hierzu sind jedoch noch viele Hürden zu nehmen und der Deal gilt momentan als unwahrscheinlich. Allerdings ist Gilead Sciences für Astra im Verlauf der vergangenen fünf Jahre wesentlich günstiger geworden, denn sein Aktienkurs blieb um knapp 70% hinter dem des Bieters zurück.

 

Trotz einer beginnenden Erholung bleiben sowohl Dealmaker als auch Merger-Arbitrage-Manager vorsichtig. Im Mai waren die Transaktionsspreads volatil, da sich für einige Transaktionen, wie beispielsweise Tiffany vs. LVMH und Delphi Technologies vs. BorgWarner, eine Phase der Unsicherheit abzeichnete. Die Erwartungen an die Übernahmen wurden enttäuscht, als es im Mai zum Scheitern einiger mit engen Spreads gehandelter Transaktionen kam (Texas Capital vs. Independent Bank; Front Yard Residential vs. Amherst Holdings). Gleichzeitig kamen jedoch einige mit weiten Spreads gehandelte Deals zustande – sogar im Energiesektor (Tallgrass Energy vs. ein von Blackstone angeführtes Konsortium, abgeschlossen in der zweiten Aprilhälfte).

 

Nach einer deutlichen Erholung im April stagnierten Merger-Arbitrage-Strategien im Mai und verzeichneten gemäß den Lyxor-Vergleichsgruppen im Juni bisher ein Plus von knapp 1%. Nach wie vor ist eine breitere Streuung als üblich erkennbar, worin sich Unterschiede zwischen den Strategien hinsichtlich Risikobereitschaft und Positionierung widerspiegeln. Die Strategien mit der besten Wertentwicklung legten im vergangenen Monat knapp 10% zu, während die schlechtesten Performer um etwa 2% einbrachen. Bezüglich Merger Arbitrage bleiben wir weiterhin optimistisch eingestellt (Übergewichtung). Wenn die Marktrally ununterbrochen weitergeht, ist diese Strategie möglicherweise nicht die performancestärkste. Die Volatilität könnte jedoch weiterhin hoch bleiben, da sich die deutliche Erholung bei den Preisen der Vermögenswerte zunehmend von den Erwartungen bezüglich des Wirtschaftswachstums abkoppelt. Merger-Arbitrage-Strategien dürften Marktturbulenzen jedoch ausgleichen und sich in einem Umfeld niedriger Anleihenrenditen als Carry-Quelle erweisen.