Weekly brief

ERHOLUNG BEI EM-MACRO – DOCH WIE LANGE HÄLT SIE AN?

Erneute Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China sorgten jüngst für Sorgen an den Märkten. Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass der US-Präsident, der seine Wiederwahl im November anstrebt, im April an Sympathiewerten verloren hat. Obwohl wir nicht mit einer Erhöhung der Zölle rechnen, könnte die trotzige Haltung auf beiden Seiten zu Volatilität bei Risikoanlagen führen. Da die jüngste Erholung an den Aktienmärkten die Bewertungen in die Höhe trieb, üben wir folglich Vorsicht.


Im Bereich alternativer Strategien lassen die Lyxor-Vergleichsgruppen im Mai bisher auf eine unveränderte Wertentwicklung von Hedgefonds schließen, wobei sich Global-Macro-Strategien überdurchschnittlich (+0,6%, Stand: 12. Mai) und L/S-Equity-Strategien unterdurchschnittlich            (-0,2%) entwickelten. Innerhalb von Global Macro schnitten diskretionäre und auf die Schwellenländer ausgerichtete Teilstrategien gegenüber systematischen Strategien im Zuge der Erholung besser ab, blieben jedoch während des Ausverkaufs zurück. Seit Jahresbeginn lieferte Systematic Macro bessere Ergebnisse. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf EM-Macro-Strategien, die von uns kürzlich von übergewichtet auf neutral herabgestuft wurden.


In der Vergangenheit erwiesen sich EM-Macro-Strategien gegenüber zwei Variablen als äußerst sensibel: einem EM-Currency-Index und einer Benchmark für Staatsanleihen in Hartwährung. Aufgrund der potenziellen Ausbreitung von Covid-19 in Schwellenländern, des begrenzten Handlungsspielraums lokaler Behörden sowohl im geld- als auch fiskalpolitischen Bereich und der Sensitivität gegenüber den Preisen für Energie und Industriemetalle stuften wir die Teilstrategie herab. Voraussichtlich dürften höhere Kreditrisiken letztlich zu zahlreichen Herabstufungen bei Staatsanleihen führen. Unsere diesbezüglichen Befürchtungen haben sich leider bewahrheitet: Weltweit stieg in jüngster Zeit die Zahl der bestätigten Fälle von Neuinfektionen mit Covid-19 um 75.000 bis 85.000 pro Tag. Über 30% der Fälle entfallen dabei auf große Schwellenländer (Brasilien, Russland, Indien und die Türkei) und weitere 15% auf Peru, Saudi-Arabien, den Iran, Pakistan und Mexiko. Während wir gegenüber Vermögenswerten aus Schwellenländern defensiv eingestellt sind, bleiben wir gegenüber EM-Macro-Strategien neutral positioniert. In der Vergangenheit lieferte dieses Spektrum aktiver Strategien gegenüber den Benchmarks gute Ergebnisse. Den Ergebnissen der S&P Indices Versus Active Funds (SPIVA) Scorecard zufolge übertrafen seit dem Jahr 2005 durchschnittlich 43% der aktiven Fixed-Income-Strategien mit Schwellenländerfokus ihre Benchmark im Vergleich zu 31% der High-Yield-Credit-Strategien in den USA. Tatsächlich konnten EM-Macro-Strategien zum Teil an der Erholung bei Staatsanleihen partizipieren. Gleichzeitig zahlten sich auch Short-Positionen in Schwellenländerwährungen aus.