Weekly brief

UNSERE EINSCHÄTZUNG VON MERGER ARBITRAGE NACH DEM STURM

Zu Beginn der Verkaufswelle erwies sich Merger Arbitrage als die Hedgefondsstrategie mit der größten Stabilität. Doch im Verlauf der zweiten und dritten Märzwoche weiteten sich die Transaktionsspreads willkürlich aus und kamen an Niveaus heran, die zuletzt während der globalen Finanzkrise zu beobachten waren. Gemessen an in kurzen Zeitabständen erfassten Benchmarks mit langer Erfolgsgeschichte, wie dem HFRX Merger Arbitrage, erlitt die Strategie ihren höchsten Wochenverlust aller Zeiten (Beginn der Tagesdaten: April 2003). Die Entwicklung unserer Merger-Arbitrage-Vergleichsgruppe deutet darauf hin, dass sich seit Erreichen der Talsohle am 18. März allmählich eine Erholung konkretisiert (+5,3% bis 24. März). Die Zahlen seit Monatsbeginn sind weiterhin schlecht (-9,4% zum 24. März), jedoch in Einklang mit einer zur Hälfte aus Aktien und Anleihen bestehenden Benchmark (-9,7%). In unserer Merger-Arbitrage-Vergleichsgruppe bewegt sich die Wertentwicklung seit Monatsbeginn zwischen -3,5% und -18,6%.


Wie bereits erwähnt, weiteten sich die Transaktionsspreads massiv aus, und obgleich es keine geplatzten Transaktionen gab, wurden Aktien entsprechend gehandelt. Die durchschnittlichen, nicht annualisierten Nettospreads in den USA (auf LIBOR-bereinigter Basis) lagen zum 16. März bei 23%, was gemäß UBS und Bloomberg ausgehend von den Niveaus vom 21. Februar einer Ausweitung von 1700 Basispunkten entspricht. Der Margendruck dürfte sich aufgrund von Anhebungen der geforderten Sicherheitsleistungen und der erzwungenen Abwicklung von Managern mit hohem Fremdkapitalanteil sowie bei quantitativ gesteuerten Fonds intensiviert haben. Infolgedessen fließen nach wie vor sehr große Risikoprämien in die Spreads ein. In der Vergangenheit hatten diese Risikoprämien wenig mit den Ergebnissen von abgeblasenen Transaktionen oder Preisabschlägen bei strategischen Deals in Marktstressphasen zu tun. Eine Transaktion, die sich auf mehrere M&A-Portfolios auswirkte, war Cypress Semiconductors / Infineon Technologies. Dieser Deal wurde wie eine gescheiterte Transaktion gehandelt, erhielt aber letztlich die Genehmigung des Committee on Foreign Investments in den USA.


Für die nächste Zeit wird die jüngste Ausweitung der Transaktionsspreads unserer Einschätzung nach Anlagechancen für diskretionäre Manager bringen, die von der Asymmetrie zwischen Risiko und Rendite bei einigen Transaktionen mit einer kurzen Duration profitieren können. Einige Transaktionsspreads verengen sich bereits deutlich, beispielsweise bei Mellanox / NVIDIA. Grund sind die Meldungen, dass die chinesische Kartellbehörde zu einer Einigung über Nachbesserungen für NVIDIAs geplanten Erwerb gelangt ist. Dies hat Auswirkungen auf Deals wie Cypress Semiconductors / Infineon Technologies, Acacia Communications / Cisco Systems und Tiffany / LVMH, die auf die Genehmigung der chinesischen State Administration for Market Regulation (SAMR) warten. Gleichzeitig stiegen die Aktienkurse von Genworth Financials sprunghaft an (ein Plus von circa 26% am 24. März), nachdem das Unternehmen verkündet hat, dass die New Yorker Aufsichtsbehörde den geplanten Kontrollerwerb durch Oceanwide neu genehmigt hatte. Darüber hinaus wurde mit dem Abschluss kurzfristiger Transaktionen begonnen, wie InterXion Holdings / Digital Realty und Instructure / Thoma Bravo. Bezüglich Merger Arbitrage bleiben wir weiterhin optimistisch eingestellt (Übergewichtung).

FONDSVORSCHLÄGE

Name
Lyxor / Tiedemann Arbitrage Strategy Fund