Weekly brief

L/S-EQUITY-STRATEGIEN SIND NICHT ALLE GLEICH

In den ersten Wochen der Marktturbulenzen erwiesen sich alternative Strategien als ziemlich robust, doch Mitte März zeigten sich Risse. Zum 16. März verzeichneten die meisten Strategien mit Ausnahme von CTAs einen Rückgang zwischen -5% und -10% seit Monatsbeginn: Event Driven verbuchte in der ersten Märzhälfte ein Minus von -10,6% (Rückgang bei Merger Arbitrage: -9,6%), Global Macro büßte -7,4% ein (Rückgang bei Systematic Macro: -2,5%), L/S Equity verlor -6,2% (Rückgang bei Market Neutral L/S: -2,3%) und L/S Credit gab um -4,4% nach. Erfreulich war hingegen, dass CTA-Strategien bei einer erhöhten Streuung um 0,1% zulegten. Seit dem 16. März weiteten sich die Kreditspreads von Hochzinsanleihen weiter aus und L/S-Credit-Strategien mussten Verluste hinnehmen. L/S Equity erlitt in der vergangenen Woche ebenfalls Verluste. Allerdings legten CTAs leicht zu, und einige Merger-Arbitrage-Strategien konnten positive Erträge verbuchen.

 

Wir konzentrieren uns in dieser Woche auf L/S Equity, die zu den Strategien zählt, bei denen wir in normalen Zeiten die höchste Streuung beobachten. In der ersten Märzhälfte (bis 16. März) verzeichnete unsere Directional-L/S-Vergleichsgruppe einen Rückgang von -8,1%. Die Strategien mit der besten Wertentwicklung legten +10% zu, während die schlechtesten Performer um -30% bzw. -40% einbrachen. L/S-Equity-Strategien überstanden den Beginn der Verkaufswelle am Markt relativ gut. Bis zum 11. März wurde das negative Beta bei den meisten direktionalen Managern durch ein starkes Alpha ausgeglichen, was auf einige günstige Sektor- und Faktorexposures zurückzuführen war. Auch der Short-Bestand erwies sich als günstig. Jedoch ließ die Performance ab Mitte März nach, da die Marktbewegungen durch Schuldenabbau bzw. Risikosteuerungsmaßnahmen zur Reduzierung der implizierten Volatilitätsexposures verstärkt wurden.

 

Große Plattformen und Anbieter verschiedener Strategien mit Engagements in systematischen und statistischen Arbitrage-Strategien reduzierten Risiken und bauten Schulden in ihrem Bestand innerhalb weniger Tage um 10% bis 30% ab. Auch wenn L/S-Equity-Manager bereits zuvor mit der Beta-Reduzierung begonnen hatten, fuhren sie im Zeitraum vom 12. bis 19. März bei Aktien erhebliche Verluste ein. Die negative Wertentwicklung war auf ein übermäßiges Engagement sowie kurz- bis mittelfristige Exposures in Momentum-Titeln zurückzuführen. In Europa verhängten einige lokale Aufsichtsbehörden Leerverkaufsverbote zur Begrenzung des Verkaufsdrucks – zunächst für einen Tag und dann mit Verbotsverlängerung auf bis zu drei Monate. Die dadurch in gewissen Ländern erzeugten zusätzlichen technischen Effekte verstärkten die historisch einmaligen Bewegungen der Standardabweichung, die insbesondere am 18. März zu beobachten waren. Unter den Strategien, die sich in diesen schweren Zeiten gut behaupten konnten, befinden sich Portfoliomanager ohne oder mit niedrigem Beta, die zudem einige Konvexitätspositionen in ihren Beständen hielten. Außerdem beobachten die Manager das Faktorexposure intensiv, um Faktorrotationen zu vermeiden. Am schlechtesten schnitten Equity-Manager mit einigen Multi-Asset-Körben sowie unzureichender Faktorüberwachung oder Absicherung ab.

FONDSVORSCHLÄGE

Name
Lyxor / Sandler US Equity Fund