Weekly brief

HEDGEFONDS HABEN IHREN CRASH-TEST ERFOLGREICH BESTANDEN

Kaum Schlupfwinkel. Eine überraschend starke Zunahme der in Italien, Südkorea und dem Iran gemeldeten Corona-Fälle deutet auf ein systembedingtes Pandemierisiko hin. Gleichzeitig wird die Verlässlichkeit der Virusstatistik in Frage gestellt. Die meisten Investoren und auch wir wurden davon zu einem Zeitpunkt überrascht, als der Höhepunkt des Ausbruchs in China in Sicht schien. Verantwortlich für den Markteinbruch in dieser Woche waren unserer Ansicht nach i) die Einpreisung einer sich abschwächenden Weltwirtschaft, jedoch vorerst keiner Rezession, ii) Skepsis hinsichtlich des Umfangs oder der Wirksamkeit des erwarteten Stimulus aus den Industrieländern, was sich an der nicht überzeugenden Performance von Aktien mit Anleihencharakter zeigte, und iii) Nebeneffekte der Wahlen in den USA. Die durch die Wahlen bedingte Risikoprämie wurde in dieser Woche neu bewertet, da eine Konjunkturabkühlung Trumps Chancen auf den Gewinn eines zweiten Mandats schmälern und Sanders Kampagne gleichzeitig größeren Schwung verleihen könnte, iv) Algorithmen, die den Ausverkauf weitgehend verstärkten, v) die Neubewertung der Liquiditätsrisiken und Risiken in Verbindung mit Unternehmensanleihen, obgleich bisher in vernünftigem Rahmen.


Zu viele Unbekannte, um von einer Talsohle auszugehen. Angesichts der begrenzten Unterstützung durch Anleihen, Gold oder defensive Sektoren, gab es kaum Schlupfwinkel in den Märkten der Industrieländer. Am Freitag, 14:00 Uhr MESZ schienen die Märkte hinsichtlich Stimmung, technischer Faktoren, Breite und Bewertungen bis zu einem gewissen Grad taktisch überkauft, was möglicherweise zu einer kurzfristigen Erholung führt. Trotzdem erkennen wir kein Verhaltensmuster einer offiziellen „Kapitulation“, das ausreichend Vertrauen für eine deutliche Mean Reversion schaffen würde: Investoren sind lediglich wieder neutral positioniert, und noch sind die korrigierten Erwartungen bezüglich Konjunktur, Gewinn je Aktie und Kreditrisiko nicht außergewöhnlich pessimistisch. Daher scheinen die Märkte nach wie vor anfällig. Für eine breitere Erholung werden wahrscheinlich überzeugendere fundamentale Belege für die Eindämmung des Virus sowie eine Beurteilung der Auswirkungen auf Konjunktur und Gewinnentwicklung erforderlich sein. Vorerst dürften die Schlagzeilen schlimmer werden, bevor sie allmählich wieder besser werden. Alles in allem könnten die handelsbezogenen Unsicherheiten schlicht durch die aus der Epidemie resultierenden Unsicherheiten ersetzt worden sein, wodurch alle Gewinne seit Ende letzten Jahres zunichte gemacht werden.


Hedgefonds als eine der wenigen stabilen Kategorien. Am Donnerstag, den 27.2. hatte unsere OGAW-Vergleichsgruppe bei Börsenschluss ein Minus von 1,8% seit Wochenbeginn verzeichnet, was an ihre Diversifikationsvorteile erinnert. Merger-Arbitrage-, L/S-Credit- und in gewissem Maße auch L/S-Equity-Neutral- und Global-Macro-Strategien schnitten überdurchschnittlich ab; CTAs und die long ausgerichteten L/S-Equity- und Special-Situations-Strategien hinkten dagegen hinterher. Im Lauf der Woche analysieren wir jede dieser Strategien.


CTAs waren am stärksten betroffen (-3,9% seit Wochenbeginn). Die Verluste waren überwiegend auf ihre Long-Positionierung in Aktien zurückzuführen. Diese wurden zum Teil durch ihre Short-Positionen in Energiewerten und ihre zweifach gehebelten Long-Exposures (vorwiegend in Europa) in Anleihen begrenzt. Die Absicherung durch Long-Positionen in Gold funktionierte nicht. Zum 27.2. wurden keine wesentlichen Änderungen in den Portfolios vorgenommen.


Special Situations: konzentriertes Portfolio, jedoch geringes Exposure (-2,7%). Ihre bedeutendsten Exposures in den Sektoren Nicht-Basiskonsumgüter, Technologie und Gesundheitswesen wurden auf breiter Front in Mitleidenschaft gezogen. Kreditbücher und ihre relativ konservativen Marktexposures trugen zur Begrenzung ihrer Verluste bei. Anders als in früheren Ausverkaufsphasen versuchen bislang nur wenige Manager, Kursrückgänge zum Kauf von Schnäppchen zu nutzen.


L/S Equity Variable: parallel zu ihrem Beta (-2,7%). Die Manager hatten ihre Exposures in den Sektoren Nicht-Basiskonsumgüter, Grundstoffe, Energie und Luftfahrt selektiv verringert. Dennoch hatten sie ihr konstantes 40%-Markt-Beta aufrechterhalten. Aufgrund eines Kurseinbruchs nahezu im gesamten Bereich war das Alpha aus der Titelauswahl minimal. Die erhöhte Streuung bei den Renditen der verschiedenen Manager ergab sich hauptsächlich aus dem Markttiming.


Die Rendite bei Global-Macro-Strategien fiel unterschiedlich aus (-1,5%). Manager mit Schwerpunkt auf Schwellenländern verloren lediglich 0,8%. Systematische Ansätze schnitten unterdurchschnittlich ab. Im Allgemeinen für ein konstruktives Umfeld positioniert, waren Long-Exposures in Aktien und Short-Exposures in Anleihen kostspielig, und Long-Positionen in Gold konnten dies nur begrenzt kompensieren.


L/S Equity Neutral bewältigte Titelrotationen besser (-0,6%). Die klassischen Risk-off-Faktorrotationen weg von zyklischen Werten waren diesmal einfacher zu bewerkstelligen. Die größten Verluste entfielen auf zyklische Titel.


L/S-Credit-Manager zeigten sich ebenfalls solide (-0,5%). Sie konnten einen Anstieg von 100 Bp. und 75 Bp. in US- bzw. EU-Hochzinsanleihen erfolgreich meistern. Ihr geringes Netto-Marktexposure bot Schutz. Die Rotation zwischen den Anleihesegmenten stellte aufgrund der diversifizierten Stile von Anleihen eine größere Herausforderung dar.


Merger-Arbitrage-Fonds erlebten eine überdurchschnittliche Entwicklung (-0,5%). Die Ausweitung der Transaktionsspreads war marginal (rund 20 Bp. auf Basis von 80 handelbaren Transaktionen über 100 Mio. USD), abgesehen von großen Transaktionen in den Sektoren Nicht-Basiskonsumgüter und Energie. Der aktuelle Fokus der Manager auf sichereren Transaktionen, die in naher Zukunft abgeschlossen sein werden, trug ebenfalls zu der bemerkenswerten Stabilität der Strategie bei.

FONDSVORSCHLÄGE

Name
Lyxor / Tiedemann Arbitrage Strategy Fund
Lyxor / Sandler US Equity Fund
Lyxor / Bridgewater Core Global Macro Fund
LYXOR EPSILON GLOBAL TREND FUND
Lyxor / Chenavari Credit Fund
Lyxor / WNT Fund