Weekly brief

CTAS: KATERSTIMMUNG SCHEINT VORBEI

Managed Futures ist mit einem Plus von 9,2% seit Jahresbeginn unserer Einschätzung nach weiterhin die Strategie mit der besten Wertentwicklung. Nach einer gigantischen Rally bis Ende August kam mit einem starken Anstieg der Anleihenrenditen in den letzten Monaten jedoch Katerstimmung auf. Die Trendwende bei Anleihen und die Aktienkursrally im Verlauf der vergangenen drei Monate führten in CTA-Portfolios zu einer beträchtlichen Umschichtung von Anleihen zu Aktien. CTAs weisen nach wie vor eine Long-Positionierung in Aktien und Anleihen auf, die Lücke zwischen beiden Allokationen ist allerdings kleiner geworden. Die negative Korrelation zwischen diesen Anlageklassen lässt indessen darauf schließen, dass die CTA-Portfolios derzeit ausreichend diversifiziert sind.


Eine beginnende Erholung könnte in nächster Zeit weiterhin für Auftrieb bei Anleihenrenditen und Aktienkursen sorgen. In diesem Fall werden CTAs eine Seitwärtsentwicklung verzeichnen, ähnlich wie bei ihren Renditen seit Monatsbeginn, da Gewinne bei Aktien durch Verluste bei Anleihen aufgezehrt werden. Das Risiko, dass der Konjunkturaufschwung ausbleibt, ist aber noch immer groß. Die USA und China haben Probleme damit, ihr sogenanntes Phase-1-Abkommen unter Dach und Fach zu bringen, und die veröffentlichten makroökonomischen Daten bieten keine uneingeschränkte Sicherheit für die These, dass eine Wachstumserholung konkrete Formen annimmt. Darüber hinaus steckt man bei den Brexit-Verhandlungen weiterhin in einer Sackgasse. In einer Situation, in der Unsicherheiten erneut die Märkte in Atem halten, dürften CTAs vermutlich Gewinne verbuchen. Verluste bei Aktienallokationen dürften wohl durch Long-Positionen in Anleihen, im US-Dollar und in Edelmetallen ausgeglichen werden.


Insgesamt sind wir der Auffassung, dass CTA-Portfolios hinreichend ausgewogen sind und die Strategie aus unserer Sicht wieder an Attraktivität gewonnen hat. Im Juli lautete unser Vorschlag, Gewinne bei CTAs mitzunehmen und eine Neugewichtung zugunsten von Global-Macro-Strategien vorzunehmen, was sich bezahlt machte. Aktuell empfehlen wir, die Allokationen zu marktneutralen L/S-Strategien zu reduzieren, die im Oktober von der Momentum-Umkehr an den Aktienmärkten aufgrund der Rotation zugunsten von Substanzwerten in Mitleidenschaft gezogen wurden.


Was die übrigen alternativen Strategien betrifft, so verzeichneten Special Situations und Directional L/S bedingt durch die üppigen Renditen bei Risikoanlagen seit Anfang November eine Outperformance. Negativ war indes die Underperformance von L/S-Credit-, CTA- und Merger-Arbitrage-Strategien. Letztere schätzen wir trotz ihrer unterdurchschnittlichen Wertentwicklung seit Jahresbeginn nach wie vor positiv ein. Aufgrund der sich im Oktober wieder ausweitenden Transaktionsspreads und M&A-Volumen in den USA haben sich die Fundamentaldaten verbessert. Zudem bleiben strukturelle Merkmale attraktiv, nämlich die geringe Volatilität der Renditen und ein niedriges Aktienmarkt-Beta. Unsere Risikobereitschaft zum Jahreswechsel 2020 ist angesichts der beachtlichen Entwicklung der Aktienbewertungen in den letzten Monaten gemäßigt.

FONDSVORSCHLÄGE

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LYXOR EPSILON GLOBAL TREND FUND
Lyxor / WNT Fund