Weekly brief

HEDGEFONDS ALS MITTEL DER WAHL IN UNSICHEREN ZEITEN

Die äußerst widrigen Umstände im Zusammenhang mit den Handelskonflikten, dem Brexit-Patt und der Rezession im Fertigungssektor konnten den Kursen der Vermögenswerte bisher offenbar nichts anhaben – im Gegenteil: Aktien erholen sich von den Verlusten im August und nähern sich den Rekordständen von Ende Juli an. Die Anlageklasse könnte die höchsten jährlichen Renditen seit 2013 verbuchen (MSCI World +18% seit Jahresbeginn). Unterdessen sieht es ganz danach aus, als könnten die Benchmarks für globale Anleihen ihr bestes Ergebnis seit 2000 erzielen (Barclays Global Aggregate +8,8% seit Jahresbeginn).


In diesem Umfeld weisen auch Hedgefonds robuste Renditen aus. Die Lyxor Global Alternative UCITS Peer Group tendierte im August seitwärts, sodass sich für den bisherigen Jahresverlauf eine Rendite von knapp +5% ergibt (in USD). CTAs führten die Performance der vergangenen Monate mit beeindruckenden Renditen an (+3,7% im August; +16,2% seit Jahresbeginn mit Stand vom 3. September). Angesichts der höheren Volatilität von CTAs zeichnet sich auf risikobereinigter Basis ein etwas anderes Bild ab; hier liegt die Strategie L/S Credit vorne. Sie weist im bisherigen Jahresverlauf eine annualisierte Sharpe-Ratio von 6 auf (ggü. 3,3 für unsere Global Hedge Fund Peer Group).


Da wir uns jedoch dem letzten Quartal des Jahres 2019 nähern, stellen wir uns defensiver auf. Die US-Zölle auf Einfuhren aus China im Wert von 250 Mrd. USD jährlich sollen ab dem 1. Oktober von 25% auf 30% steigen. Die Neuaufträge im Fertigungssektor sind weiterhin rückläufig und die Konsumenten-Umfrage der University of Michigan deutet auf eine Verschlechterung des Verbrauchervertrauens hin. Dies könnte sich wiederum negativ auf den letzten Motor des US-Wachstums, nämlich den Konsum der Privathaushalte, auswirken. Die Risiken sind daher aus unserer Sicht äußerst ungleich verteilt.


Vor diesem Hintergrund könnten Hedgefonds den Investoren möglicherweise durch diese unsicheren Zeiten helfen. Merger Arbitrage und Market Neutral L/S sind trotz ihrer bisherigen unterdurchschnittlichen Performance attraktiv. Außerdem bleiben wir bei unserer Übergewichtung von L/S Credit und EM Global Macro und sprechen uns in einem Umfeld mit niedrigen Anleihenrenditen zugunsten von Carry-Strategien aus. Parallel dazu dürften Strategien mit hohem Beta wie Directional L/S Equity (Untergewichtung) und Special Situations (neutrale Gewichtung) die Hauptleidtragenden der Volatilität am Aktienmarkt sein. Bei den bisher neutral gewichteten Strategien CTA und Global Macro möchten wir besonders in Bezug auf CTA nach der jüngsten Rally keine Hochstufung vornehmen. Dennoch bieten CTAs Schutz gegen eine Trendwende auf den Aktienmärkten und/oder ungünstige Brexit-Entwicklungen dank der Short-Positionierung im Währungspaar GBP/USD. Im Segment Global Macro ziehen wir Strategien mit Schwerpunkt auf Schwellenländer (Übergewichtung) vor. Damit bauen wir auf unserer Einschätzung auf, dass die Fed die Geldpolitik in den kommenden Monaten deutlich lockern wird. Wir rechnen vor Jahresende mit zwei Zinssenkungen im Rahmen der Sitzungen des Federal Open Market Committee der Fed (18. September und 11. Dezember).