Weekly brief

GEGENSÄTZLICHE ANSICHTEN ZU ANLEIHEN VON MACRO- UND CTA-STRATEGIEN

Systematic-Macro- und CTA-Strategien werden häufig miteinander in Verbindung gebracht, da es sich bei vielen Strategien um globale Multi-Asset-Strategien mit einem Top-down-Investmentprozess handelt. Tendenziell werden sie in Benchmark-Indizes gebündelt. Auch werden Systematic-Macro- und CTA-Strategien wegen ihrer Möglichkeiten zur Diversifikation geschätzt. In schlechten Zeiten, in denen Risikoanlagen markante und anhaltende Verluste hinnehmen mussten, wiesen sie bisher eine gute Erfolgsbilanz vor. Nichtsdestotrotz sind beide Strategien unserer Meinung nach recht verschieden.


Laut Lyxors UCITS-Vergleichsgruppen zeigten Systematic-Macro- und CTA-Strategien in den vergangenen 18 Monaten eine vergleichbare Wertentwicklung (+2-3%). Gleichzeitig beträgt die 6-Monats-Korrelation von täglichen Renditen zwischen CTA- und Systematic-Macro-Strategien gegenwärtig 0,7 (0,3 zwischen CTAs und Discretionary Global Macro). Aus dieser Perspektive haben sie Gemeinsamkeiten. Ungeachtet dessen weichen sie jedoch hinsichtlich ihrer Volatilität voneinander ab. Nach unserer Schätzung betrug die Renditevolatilität bei CTAs in den letzten zwölf Monaten 6% (annualisiert), während die Volatilität von Systematic-Macro-Strategien mit 3,6% deutlich geringer ausfiel.


In Bezug auf die Positionierung gibt es ebenfalls erhebliche Unterschiede. Die starke Entwicklung der Anleihekurse seit September 2018 hat CTAs zum Aufbau erhöhter Netto-Long-Positionen in festverzinslichen Wertpapieren veranlasst, insbesondere in Europa. Getrieben von fundamentalen Inputs erwarten Systematic-Macro-Strategien wiederum einen Anstieg der Anleiherenditen und vermehrten ihre Netto-Short-Positionen bei Anleihen. Die großen Zentralbanken dürften ihre Geldpolitik im weiteren Jahresverlauf lockern. Dies könnte durchaus zu steileren Renditekurven und einem Anstieg der Anleiherenditen führen, sofern es gelingt, die Wachstums- und Inflationserwartungen zu erhöhen. Systematic-Macro-Strategien sind so positioniert, dass sie von diesem Ergebnis profitieren, während CTAs unter einer solchen Entwicklung leiden würden.


Unsere Präferenz für CTAs gegenüber Systematic-Macro machte sich im zweiten Quartal bezahlt. Für die nächste Zeit behalten wir diese Präferenz bei, allerdings bereiten uns mögliche Trendwenden bei Anleihen Sorgen. Die Renditen von Anleihen erreichten vor allem in Europa sehr niedrige Niveaus. Die düsteren makroökonomischen Gegebenheiten deuten nicht darauf hin, dass es kurz- bis mittelfristig zu einem wesentlichen und nachhaltigen Anstieg der Anleiherenditen kommen sollte. Doch selbst eine moderate Neubewertung der Anleiherenditen würde sich negativ auf CTAs auswirken, die beträchtliche Long-Exposures halten. Entsprechend halten wir an unserer Präferenz für CTAs fest, sind jedoch der Meinung, dass die jüngste Performance als Grund für Gewinnmitnahmen und eine schrittweise Neugewichtung zugunsten von Systematic-Macro-Strategien angesehen werden sollte, um die Portfolios vor einem möglichen Anstieg der Anleiherenditen zu schützen.

FONDSVORSCHLÄGE

Name
LYXOR EPSILON GLOBAL TREND FUND
Lyxor / WNT Fund