Weekly brief

SO GEHT ES MIT MERGER ARBITRAGE IN ZUKUNFT WEITER

Nachdem sie im Jahr 2018 vergleichsweise erfreuliche Renditen verzeichnen konnte, hinkte Merger Arbitrage im ersten Halbjahr 2019 hinterher. In diesem Bericht erörtern wir die Gründe für dieses schlechte Abschneiden sowie die Aussichten für die zweite Jahreshälfte.

 

Bei Merger Arbitrage handelt es sich um eine defensive Strategie innerhalb des Hedgefondsuniversums. In der Vergangenheit erzielte sie unter schwierigen Marktbedingungen, wie beispielsweise in Zeiten der Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre, während der globalen Finanzkrise vor zehn Jahren oder während Verkaufswellen an den Märkten im laufenden Jahrzehnt, positive Renditen. Im Jahr 2018 verzeichnete der HFRI Merger Arbitrage ein Plus von 3,3%, während der MSCI World um 7,4% nachgab und der Barclays Global Aggregate Bond Index um 1,8% zulegte. Merger Arbitrage stellte im vergangenen Jahr ihre Fähigkeit unter Beweis, schwierige Marktbedingungen meistern zu können.

 

Für das schwache Abschneiden der Strategie im ersten Halbjahr 2019 gibt es drei Hauptgründe. Erstens erlebt aus makroökonomischer Sicht ein von den moderaten Verlautbarungen der Zentralbanken getriebener Markt einen vom Beta getriebenen Aufschwung. Vor diesem Hintergrund kann man nicht davon ausgehen, dass Strategien mit niedrigem Beta wie Merger-Arbitrage- und marktneutrale L/S-Strategien daran teilhaben. Zweitens litt Merger Arbitrage aus fundamentaler Sicht zu Beginn des Jahres unter engen Transaktionsspreads. Diese wurden durch geringere Volumen an Fusionen und Übernahmen weltweit und insbesondere in Europa und China verursacht. In den USA waren die Volumen nach wie vor hoch, die Anzahl der Transaktionen nahm jedoch ab. Bei grenzüberschreitenden Deals in den USA kam es aufgrund größerer politischer Unsicherheit (Spannungen im Handelskonflikt, Brexit) ebenfalls zu einem starken Rückgang auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren. Das geringe Angebot an Transaktionen, dem eine hohe Nachfrage seitens spezialisierten und nicht-spezialisierten Investoren gegenüberstand, führte letztendlich zu einem Nachfrageüberhang und einer Verengung der Spreads. Drittens führte die Spreadausweitung, die zum Teil mit den Ankündigungen neuer Deals und mit erneuten Handelsspannungen zusammenhing, im Mai und Juni zu Mark-to-Market-Verlusten.

 

In Zukunft sollte sich die Kombination aus stärkerem CEO-Vertrauen im Jahr 2019, niedrigeren Finanzierungskosten und rekordverdächtigen verfügbaren Private-Equity-Mittelbeständen als förderlich erweisen. Tatsächlich nahm das Volumen an Fusionen und Übernahmen wieder zu und die Transaktionsspreads weiteten sich seit Anfang Mai aus, wodurch sich Gelegenheiten für die Kapitalanlage an attraktiven Einstiegspunkten ergaben. Sollte sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China indessen weiter verschärfen, wird das niedrige Beta bzw. die geringe Volatilität der Strategie zum Schutz der Portfolios beitragen. In den letzten Quartalen hielten wir an der Übergewichtung der Strategie fest, und wir bleiben dabei. Neben besseren Chancen im Zusammenhang mit weiteren Transaktionsspreads und höheren M&A-Volumen, sind Strategien, die in schlechten Zeiten Schutz bieten, in einer Welt mit niedrigen oder negativen Zinsen erst recht attraktiv.

FONDSVORSCHLÄGE

Name
Lyxor / Tiedemann Arbitrage Strategy Fund